«Berner Oberländer», 15. März 2008/Hans Rudolf Schneider
Fritz Bach lebt im Archiv weiter
Fritz Bach war eine der grossen Persönlichkeiten des Frutiglands. Er lebte von 1889 bis 1962. Der Nachlass des Lehrers, Gemeindepräsidenten von Frutigen  und Historikers ist  der Kulturgutstiftung geschenkt worden.

Der Nachlass von Fritz Bach wurde von seinem Sohn Hanspeter der Kulturgutstiftung Frutigland geschenkt. Wer war dieser Fritz Bach?
Ruedi Egli: Fritz  Bach war von 1924 bis 1962 Sekundarlehrer in Frutigen. Daneben war er Lokalhistoriker und publizierte viele Werke über das Frutigland. Sein Hauptwerk dürfte das Frutigbuch sein, dessen Initiant und Hauptverfasser er war. Daneben entstanden viele kleinere Broschüren zur Heimatkunde, über Naturkatastrophen, Sagen, Ackerbau oder Burgen. Als Gründer der Heimatvereinigung schuf er das Fundament seiner Arbeiten zur Geschichte im Frutigland. Daneben war er Politiker, Chorleiter, Alpinist und vieles mehr.
 
Welche Bedeutung hatte und hat Fritz Bach für das Frutigland?
Er erforschte die Geschichte des Frutiglandes und hielt sie der Nachwelt in seinen Publikationen erhalten. Als aktiver Bürger gestaltete er die aktuellen Geschehnisse in Frutigen während Jahren auch in schwierigen Zeiten.
 
Welche Bedeutung hat dieser Nachlass für die Stiftung?
Eines der Stiftungsziele ist es, wichtige Persönlichkeiten zu beschreiben, Unterlagen zu archivieren und der Nachwelt zu erhalten. Fritz Bach ist eindeutig eine solche Persönlichkeit, der das Frutigland viel zu verdanken hat. 
 
Um was für Material handelt es sich bei dem Geschenk?
Es sind zwei Kisten voll Dokumente, die er selbst fein säuberlich klassiert und eingeordnet hat. Von seinen Werken sind Belege abgelegt. Seine Manuskripte von Ansprachen sind ebenso wichtige Zeitdokumente wie die vielen übrigen Notizen. Von einer Radiosendung besteht ein Tonband. Eine detaillierte Sichtung wird sicher noch viele Rosinen zu Tage bringen.
 
Was passiert damit?
Am wichtigsten wird die sichere Aufbewahrung sein. Wie gründlich und wann die Unterlagen durchforscht werden, wird sich zeigen. Es könnte auch sein, dass über Bachs Leben und Wirken eine Broschüre erstellt wird. Auch eine Ausstellung über Frutiger Persönlichkeiten wäre möglich. Die Stiftung sucht eine kompetente Person, die sich dem Nachlass annehmen könnte. Teilweise sind Unterlagen schon auf der Homepage der Kulturgutstiftung zu sehen.
 
Neben der Arbeit in der Sammlung ist derzeit der Kauf des alten Feuerwehrmagazins in Frutigen aktuell – zusammen  mit der Wasserversorgungsgenossenschaft. Wozu?
Ab sofort sprechen wir vom Spritzenhaus, denn das ist die richtige Bezeichnung des genau 100-jährigen Gebäudes an der Leischen. Unsere Nachlässe von Maria Lauber, Hans Wandfluh und eben jetzt von Fritz Bach dürfen wir im Archiv im Gemeindehaus aufbewahren. Für grosse Gegenstände wie das Relief von Simon Simon oder die Ausstellungswände aus dem Pavillon Mitholz brauchen wir ein geeignetes Lokal.

Wie weit sind die Verhandlungen vorangekommen? Ist die Finanzierung gesichert?
Die Kaufsumme  haben wir mit der Finanzierung aus eigenen Mitteln, einem Beitrag vom Lotteriefonds und von privaten Sponsoren gesichert. Für die Sanierung fehlen noch die Mittel, doch es werden Verhandlungen geführt.
 
Und der Zeitplan?
Am 26.Mai wird das Geschäft an der Gemeindeversammlung behandelt. Der Kaufvertrag ist vorbereitet und könnte danach unterzeichnet werden.
 
Derzeit ist die Zukunft des Spanschachtelmuseums in Wengi ungewiss, ein Verkauf ist möglich. Macht Ihnen das Sorgen?
Das beunruhigt uns sehr, denn das Museum ist Kulturgut in Reinform. Vor vier Jahren haben wir sämtliche Museumsgegenstände, die eine Beziehung zu Frutigen haben, käuflich erwerben können, liessen sie jedoch in der Ausstellung. Über die Rücknahme laufen Gespräche.
 
Sie haben sehr viel Material gesammelt. Ist neben den Sonderausstellungen ein Kulturmuseum Frutigland ein Thema?
Ein Thema ist es schon, aber in ganz weiter Ferne. Statt ein Museum zu betreiben, das immer unterhalten werden muss und mit finanziellen Problemen zu kämpfen hätte, wollen wir unsere Kräfte lieber anders einsetzen. In verschiedensten Themen recherchieren, dokumentieren, archivieren und gelegentlich mit einem Spezialthema an die Öffentlichkeit treten, heisst unsere Devise. Die Erfolge der Ausstellungen «Frutigtaler Schiefer und Kandergrunder Kohle» sowie «Vom Säumerpfad zur Neat» gaben uns Recht.