FRUTIGTUCH

Seit Jahrhunderten weiden auf den höchsten Hängen im Frutigland Schafe. Die Tiere schenkten dem armen Manne das warme Kleid, schafften ihm Arbeit und Brot. Sämtliche Wolle dieser Schafe wurde im Tal selbst verarbeitet, gesponnen und gewoben.

Das Frutigtuch oder «Bäretuch» hat noch heute seine Geheimnisse, insbesondere was seine Färbung angeht. Es war gewöhnlich 55 cm breit und die Ballen 80 bis 100 Ellen lang, gewoben aus Schafwolle. Zu Anfang des 19. Jahrhundert wurden die schönsten Stücke Frutigtuch sogar von der Regierung ausgezeichnet. Beliebt war das schwarze Tuch für die Berner Tracht. Dieser (Heim-)Erwerbszweig erlangte grosse Bedeutung im Tal, als die Schafhaltung zurück ging, wurde die Wolle sogar aus dem Wallis importiert.

Käthi Steiner-Bernegger erforscht momentan die Geschichte des Frutigtuchs udn wird eine umfassende Dokumentation erstellen.


So etwa dürfte das Frutigtuch ausgesehen haben. Leider konnte noch kein Originalstück gefunden werden.


In Faturebüchern wurden die Lieferungen genau festgehalten.


Neben Frauenbekleidungen wurde das strapazierfähige Frutigtuch vermutlich auch für Uniformen – wie auf diesem Bild - verwendet.